Freitag, 2. Oktober 2009

Einmal wohnen bitte!

Das ist natürlich falsch... sie sind vorhanden, nur leider sind sie auch bewohnt. Rund 2% aller Wohnungen die ich mir im Internet und Tages- sowie Wochenblättern anschauen konnte, liegen preislich unter den besagten 500 Euro Warmmiete. Und von diesen 2% sind wiederum 50% in Maklerhand. Das heißt eine von zehn Wohnungen sind für mich bezahlbar, denn die günstigen Makler-Wohnungen kosten teilweise über 1.000 Euro Courtage.

Als weitere Folge daraus, durfte ich schmerzlich in Erfahrung bringen, dass auf diese eine Wohnung natürlich rund 50 Bewerber kommen. Und da dies noch nicht genug ist, kommt erschwerend hinzu, dass in meiner neuen Wohnstadt eine FH steht und sämtliche Studenten natürlich auch Wohnungen suchen. Studenten, die dank hoher Studiengebühren, größtenteils von ihren Eltern gesponsert werden sind natürlich dankbarere und sicherere Mieter, als ein erwachsener Mann, der eine kleine Wohnung beziehen muss.

Ich fand schließlich die für mich neue Lösung der Wohnbau Gesellschaften... in meiner neuen Wohnstadt gibt davon einige. Um meine Chancen zu vergrößern schrieb ich alle Fünf Wohnbau Gesellschaften an. Eine Rückmeldung bekam ich von zweien. Eine dieser beiden Gesellschaften konnte mir erst in zwei Monaten eine Wohnung vermitteln, eine andere konnte mir sofort eine Wohnung anbieten.

Ich sollte lediglich den Hausmeister anrufen und einen Termin vereinbaren.
Gesagt, getan... gesagt, getan?
Niemals!
Drei Tage lang habe ich zu verschiedensten Uhrzeiten versucht jemanden ans Telefon zu bekommen. Am dritten Tag gelang es mir dann einen recht forschen Mann ans Telefon zu bekommen der mir mit einem kleinen Schalk im Nacken mitteilte das die Wohnung ja schon längst vergeben sei. Mit demselben Scherz in der Stimme fragte er warum mir denn die Wohnbau Gesellschaft nicht seine Öffnungszeiten mitgeteilt hat... er ist doch nur zwei Mal pro Woche für 2 Stunden erreichbar.

Der lustige kleine Mann konnte mir jedoch eine andere Wohnung anbieten: etwas weiter außerhalb und zum selben Preis und einem halben Zimmer mehr im Angebot.
„Prima...“ sagte ich, „wann könne ich denn die Wohnung besichtigen“?
„Die können sie nicht einfach besichtigen“, war seine Antwort, „da müssen sie erstmal während meiner Öffnungszeiten zu mir kommen und einen Antragsbogen ausfüllen... und dann machen wir einen Termin aus.“

Die größte Wüste der Erde bleibt nun mal die Servicewüste.

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