Dienstag, 24. Januar 2012

Erfahrungsbericht mit Lünemanns Leihwagen

Liebe Leserinnen und Leser,

frisch gebloggt aus dem Leben dieses Fotografen möchte ich Euch nicht vorenthalten was die Servicewüste Deutschland mir diesmal zu geben hatte.

Fangen wie von vorne an. Da sich meine Selbständigkeit seit neuerem ordentlich trägt und ich halbwegs normal leben kann, habe ich mich entschlossen umzuziehen und mir damit einen optimaleren Lebens- und Arbeitsplatz zu schaffen. Die Wohnung war bereits seit ein paar Wochen gesichert und ich habe angefangen in vereinzelten Autoladungen den Umzug in die Gänge zu bringen. Den letzten großen Schwung wollte ich allerdings mit einem Transporter machen, versteht sich. Die Firma Lünemanns Leihwagen ist weitläufig als günstigster Anbieter bekannt, und da auch ich kein Geld zu verschenken habe, sicherte ich mir dort telefonisch einen Transporter für den nächsten Tag. Bisher lief alles problemlos.

Nun haben den Tag des Umzuges. Ich bekam Hilfe von ein paar Freunden, von denen einer ein professioneller Fernfahrer für 80 Tonner ist… dies schon mal vorab. Ich spreche also nun bei Lünemanns Leihwagen vor und wie schon andere Male, bei denen ich nur Anhängsel war, musste ich ca. 20 warten ehe sich einer der beiden Angestellten um mein Anliegen kümmerte.

Die ganze Zeit während ich da vor der Theke stand saß „ein junger Mann“ hinter dem Tresen und war mit zwei Finger Tippsystem dabei Daten in den Computer zu hacken. Eine ältere Frau kümmerte sich überfürsorglich um einen anderen Kunden. Als die Frau den Kunden nach besagten 20 Minuten in die große, weite Welt hinaus geschickt hatte, trat sie hinter die Theke und fragte mich was sie für mich tun könne. Ich zeigte auf die Tabelle, welche auf der Kundentheke lag und sagte, “so einen hier möchte ich gerne ausleihen.“ „Kein Problem“ sagte die Frau und ich frage mich bis heute ob da ein Hauch von Sarkasmus in ihrer Stimme klang. „Dann brauch ich mal bitte ihren Führerschein und ihren Personalausweis.“ Davon abgesehen das die Frau anscheinend nicht wusste welche der vielen Zahlen des Persos sie abzuschreiben habe fragte sie mich die erste verhängnisvolle Frage: „Fahren sie öfters Transporter oder LKW?“ Ich antwortete Wahrheitsgemäß: „ Nun ja bei jedem Umzug.“ Die Frau legte den Kopf auf die Seite und sagte: „Ohhh, das ist ja dann nicht so oft, na dann können wir ihnen natürlich auch keinen Wagen leihen.“ Ungläubig viel mir das Kinn runter… und steckte dann wieder meine Personalien ein. „Da kann man nichts machen?“ „Nein, da kann man nichts machen… tut mir leid... Auf Wiedersehen.“
Total ungläubig und viel zu baff um sauer zu werden rief ich meine Leute an und versicherte mich der Hilfe meines professionellen LKW-Fahrers.

Eine Stunde vergeht. Ich stehe mit LKW-Stefan erneut vor der Lünemanns Leihwagen Kundentheke und warte die obligatorischen 20 Minuten. Als sich dann endlich der „junge Mann hinter dem Tresen“ dazu bequemte mich zu bemerken, fragte er mit abgewandten Blick: „Was kann ich für sie tun?“ Wohlgemerkt saß er dort schon mindestens 15 Minuten bevor er mich nicht anblickend ansprach. Ich antwortete: „Ich hätt gern so nen Langen.“ LKW-Stefan lachte sich halb kaputt und sagte: „wer hätte das nicht gerne“, der „Junger Mann hinter der Theke“ hingegen verzog keine Miene und schaute erst recht nicht zu mir auf.

„Was genau“, fragte der „junge Mann hinter der Theke“ mit eisigem klirren in der Stimme und genervtem stöhnen.

„Klasse B für einen Tag bitte“

„Fahren Sie öfters Transporter oder LKW?“

„8-Achser mit Anhänger, seit 8 Jahren“ antwortete LKW-Stefan.

„Führerschein und Personalausweis bitte.“, dergleichen wurde auch gereicht.

„OK, dann brauch ich jetzt noch Ihre EC Karte um die Kaution abzubuchen. Nachdem Sie den Wagen ordnungsgemäß abgeliefert haben, überweisen wir den Betrag wieder auf ihr Konto zurück.“

Kurzes Intermezzo: In der einen Stunde die ich eben übersprungen habe um LKW-Stefan abzuholen, habe ich gleichzeitig mein Tagesmaximum von meinem Konto abgehoben um die Kaution auch brav in Bar zahlen zu können, so wie die meisten Firmen das eben handhaben… dachte ich.

Zurück zu Lünemanns Leihwagen: „Ähh, ich hab die Kaution in Bar dabei, die Karte dürfte heute nicht mehr funktionieren.“ Der „junge Mann hinter der Theke“ nahm mir dennoch die Karte aus der Hand, steckte sie in das Electronic Cash Gerät und sagte: „Jetzt bitte die Pinzahl eingeben“. Ich tat wie mir geheißen mit der erwarteten Reaktion das die Überweisung nicht getätigt werden konnte. Zum ersten Mal schaute mich der „junge Mann hinter dem Tresen“ an: „Die geht nicht.“

Ich sagte: „Ich weiß, ich sagte ja, ich habe die Kaution in Bar dabei… .“

„Ich kann ihnen nur einen Leihwagen geben wenn wir die Kaution direkt per EC- oder Kreditkarte abbuchen können.“ Der Blick des „jungen Mannes hinter dem Tresen war schon längst wieder auf den Monitor seines PCs gerichtet.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich bekam keinen Leihwagen, aber dafür einen ordentlich fetten Hals und die Bewusstheit darüber die Wahrheit unbeschönigt, oder überdramatisiert hier auf meinem Alltäglichkeit Blog iederzugeben.

Ich als Handwerker, Dienstleister und Qualitätsorientierter Mensch weiß mit absoluter Sicherheit, dass selbst wenn ich jemals genug LKW oder Transporter Erfahrung haben werde um dort Ausleihen zu dürfen… ICH WERDE ES NICHT TUN! Lieber zahle ich das Doppelte aber bekomme dafür:

a) Eine freundliche und respektvolle Behandlung

b) Eine ordentliche Beratung mit allem was ich zum Verleih wissen muss und mitbringen muss

c) Einen Standort der nicht wie eine dreckige Abwrackstation aussieht

Der Tag hatte allerdings dennoch ein Happy End! Nachdem eine weitere Firma, namens Enterprise (über die ich auch gerne al ein paar Wörtchen verlieren würde), mir aus demselben Grunde, also der EC-Karten Kaution, keinen Leihwagen geben konnte, bekam ich schließlich den einzigen Leihwagen den der Toom-Baumarkt in Alsdorf zur Verfügung hat. Und das auch noch für einen Preis der weit unter dem von Lünemanns Leihwagen war.

In Your Face Lünemanns Leihwagen und „junger Mann hinter dem Tresen“

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