Mittwoch, 3. Februar 2010

Kleine Scouting Begleiter

Ich habe lang überlegt ob diesen Artikel schreiben soll, besonders da ja jeder so seine eigene Meinung vertritt und die guten Hersteller von Kompaktkameras sich am Branchenhype beteiligen müssen/wollen um nicht von der Konkurrenz überboten zu werden.

Es gibt zwei aufeinanderprallende Aussagen, die man häufig zu hören bekommt:
Die Aussage:
„Ach was, wenn ich unterwegs bin nehm ich meine kleine Knipse überall mit hin!“
Und die Aussage:
„Niemals nicht verlasse ich das Haus ohne meine DSLR!“

Als Fotograf schleppe ich, im wahrsten Sinne des Wortes, meine Kamera überall mit hin. Will man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, dann nimmt man noch diese und jene Optik mit und den zweiten Blitz, und die Funkauslöser und den zweiten und dritten Satz Akkus usw.

Da stellt sich natürlich die Frage nach der eierlegenden Wollmilchsau.
Ich möchte eigentlich grundsätzlich nicht das Haus ohne Kamera verlassen, aber als ein Mensch der auch einfach mal gerne Privat ist, möchte ich nicht zwingend als Fotograf erkannt werden, bzw. immer das halbe Equipment mit mir herumtragen, oder im Kofferraum zwischenlagern.
Ist man gut versichert kann man seine X-tausend Euro Ausrüstung natürlich immer und überall mit hinnehmen, trotzdem kann man sich dann nicht frei Bewegen. Zumindest geht das mir so.

In der richtigen Situation ein gutes Foto schießen, bzw. dieses Foto auch später mal in einer Arbeit verwenden, das kann man eigentlich nur mit einer guten Kamera. Was man also braucht ist ein kleines Scouting-Wunder.
Also eine Kompaktkamera, die ich überall hin mitnehmen kann, ohne mich gleich mit Kiloweise Equipment zu belasten. Eine Kamera die mir Bewegungsfreiraum in der Freizeit verschafft, aber trotzdem eine ordentlich Auflösung, Rauschverhalten und Einstellmöglichkeiten zulässt.


Die Kriterien:

Die Kriterein für einen Kamerakauf sind die folgenden:

- Bietet diese Kamera einen optischen Sucher, damit ich den vermaledeiten Live-View ausschalten kann?
- Wie ist das Rauschverhalten bei verschiedenen ISO-Stufen?
- Bietet die Kamera einen Blitzschuh, damit ich einen ordentlichen Blitz, oder anderes Equipment anschließen kann?
- Kann ich RAWs schießen?
- Hab ich einen ordentlichen Brennweiten Bereich?

weniger wichtige Kriterien:

- Die Megapixel Anzahl
- Nimmt die Kamera auch HD-Videos mit Stereo Ton auf?

Nach einigen Recherchen folgt hier also nun meine Top 3 der aktuellen Kompaktkameras die ich mit gutem Gewissen empfehlen kann:



Platz Nr. 3: Die Canon PowerShot SX1 IS


Hmm… Full-HD Video mit Stereo…schön und gut, aber warum kann diese Foto-Kamera bessere Videos aufnehmen, als Fotos schießen? Selbst der CCD-Sensor wurde auf das Video optimiert.

Trotz der kleinen 10MP hat die SX1 IS ein starkes Rauschverhalten. Trotz Digit 4 Bildprozessor zur Rauschunterdrückung, kann man die Bilder eigentlich schon nicht mehr mit mehr als ISO 400 aufnehmen… das ist schon sehr ernüchternd!

Der Brennweitenbereich ist natürlich sagenhaft! 28 bis 560mm bei einer Lichtstärke von f2,8 bis f5,7. Hoffen wir also darauf das der Bildstabilisator nicht allzu viel Energie verbraucht.

Apropos Energie: Man kann die SX 1 IS mit 4 Alkali oder auch Akkus füttern. Die Abwesenheit von speziellen Form-Akkus ist natürlich immer wieder schön… aber das macht die Kamera auch unnötig groß und schwer.



Platz Nr.2: Die Panasonic Lumix DMC-LX3


Die LX3 hat keinen integrierten optischen Sucher, aber dafür einen Blitzschuh. Für den Blitzschuh gibt es allerhand speziell hergestelltes Equipment, das ein Geek-Herz erfreut, aber auch ordentlich an die Geldbörse geht. Immerhin hat Panasonic an einen aufsteckbaren elektronischen Sucher gedacht, der auf den Blitzschuh geschoben werden kann.

Die LX3 ist fast baugleich mit der Leica D-Lux4 und bietet somit aus der Top 3 das qualitativ beste Objektiv! Die Schärfe und Farbechtheit ist somit schon mal gesichert, aber leider geht der Telebereich nur bis 60mm; was hervorragend für Personenaufnahmen geeignet ist, aber zum Scouten schon problematisch wenig sein kann. Dafür fängt der Weitwinkelbereich allerdings schon bei 24 mm an… das freut das Fotografenherz!

Ein weiterer Vorteil sind die drei Bildformate, welche über einen kleinen Regler auf der Optik schnell und einfach einzustellen sind. Gerade das 16:9 Format mag in Verbindung mit den 24mm des Objektivs ein tolles Bildergebnis erzeugen. Landschafts- und Panorama-Fotografen werden begeistert sein.

Ein weiteres Plus der Optik ist die Lichtstärke: f2 bis f2,8… da kann man eigentlich nur staunen!

Das Rauschverhalten ist bei ISO 800 schon leider sehr stark… na gut, wann benutzt man schondie 800, aber dennoch, da gibt es bessere Kameras.

RAWs kann die LX3 auch schießen, und sogar schon in der Kamera konvertieren, aber das will ich dann doch lieber an meinen Monitoren am PC erledigen.

Ein klaren Plus bietet natürlich ein kaufbares Ergänzungsstück… ein 18mm Weitwinkelvorsatz. Diese 18mm sind schon beeindruckend, aber so schön ein Fischauge auch sein mag, zum scouten braucht man das bestimmt nicht.

Der Sensor bietet 10MP auf einem eigenst entwickeltem CCD-Sensotr mit verhältnismäßig großer Fläche… leider ist dieser trotzdem recht langsam bei der Auslösung.

Mein Fazit: Nette Kamera, viel Equipment… aber das sind mir noch zu viele Kompromisse.



Platz Nr.1: Die Canon PowerShot G11


Die G11 hat einen integrierten optischen Sucher, der zugegeben natürlich sehr klein ist, aber man muss sich nicht mehr auf den Monitor verlassen, der gerade bei viel Licht in der Umgebung sehr schwer zu betrachten ist.

Die G11 hat einen Blitzschuh, das heißt ich kann meine Profi-Blitze samt Bouncer anschließen, oder auch die Funkauslöser, wenn ich mag, natürlich kann ich auch das Geo-Tagging Tool aufstekcen usw… ein Blitzschuh, ist eben ein Blitzschuh.

Die G11 bietet die Möglichkeit fast alle Einstellmöglichkeiten einer DSLR mit Blende, Belichtungszeit usw.

Die G11 schießt im RAW Format CR2, was mich als alten Canoniten natürlich sehr erfreut.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell wurden die Megapixel wieder zurückgefahren, dies ist sehr löblich, denn so wird das Rauschverhalten verbessert! Weniger Rauschen mit ein paar MP verlust ist mir alle Male lieber als 20 MP die mir RGB-Schatten liefern.
Das Rauschverhalten das das Vorgängermodell bei ISO 800 erreicht hatte, bietet die G 11 erst ab ISO 3.200!

Der Brennweitenbereich geht von 28 bis 140 mm, bei einer Lichtstärke von angenehmen f2,8 bis 4,5.
Der Brennweitenbereich deckt also einen angenehmen Weitwinkelbereich ab und geht bis in den Telebereich. Optimal wäre natürlich eine durchgehende Lichtstärke von f2,8, aber dann läge die Kamera sicherlich bei rund 800 bis 900 Euro… in so einem Fall würde ich doch lieber in ein Hobbyobjektiv für meine alte verstaubte DSLR investieren.

Die Videofunktion geht eher in Richtung Nebensache mit 640x480 Pixel, aber dieses Kriterium gehört ja auch zu den weniger wichtigen Punkten wenn man eine FOTO-Kamera kaufen will. Wer Videos aufnehmen will, der soll sich auch eine Videokamera kaufen.
Ein HDMI-Anschluss ist trotzdem vorhanden!

Kommentare
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Danke fürs schreiben.
#1 Me am 01.03.2010 00:50 (Antwort)

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